Bayerischer Wald: Wo die Natur sich ungezähmt entfaltet
Nirgends sonst im Urlaub in Deutschland treffen Sie auf solch riesige urwaldähnliche Gebiete wie im Bayerischen Wald, hier können Sie wahrhafte Ruhe und den steten Rhythmus aus Werden und Vergehen erleben. Ganz klar: Von Hektik geplagte Städter schalten hier nach kurzer Zeit ab – und vielleicht auch mal das Handy aus.
Als Bayerischer Wald wird der Mittelgebirgskamm im Südosten von Bayern bezeichnet, der östlich an Tschechien grenzt. Westlich der Höhenlagen des Bayerischen Walds verläuft von Cham über Regen bis zur bezaubernden Donaustadt Passau eine Linie sehenswerter Städte. Im Norden geht die Oberpfalz in die Region Bayerischer Wald über, im Südosten des Gebirgskamms liegt bereits Oberösterreich: Der Bayerische Wald lässt Sie als Dreiländereck die naturräumliche und kulturelle Zusammengehörigkeit Mitteleuropas erfahren. Der Schneereichtum im Bayerischen Wald – in der Regel von Anfang Dezember bis weit in den März – macht die Region Bayerischer Wald zum zweiten Wintersportparadies in Bayern neben dem Allgäu.
Nationalpark Bayerischer Wald: Naturschutzgebiet der Superlative
Lange Zeit bezeichneten die Bewohner des Bayerischen Walds sich schlicht als „Waldler“, ein deutliches Zeichen dafür, wie sehr ihr Lebensgefühl und die Region vom großflächigen, dichten Hochwald geprägt sind. 1970 wurden die hinteren Teile der Region am Grenzverlauf zu Böhmen als erster Nationalpark Deutschlands ausgewiesen. Der Bayerische Wald und der Böhmerwald bilden eine geschlossene Einheit, die das größte zusammenhängende Waldgebiet Mitteleuropas darstellt.
Mittlerweile greift Menschenhand in die Entfaltung der Natur nur noch ein, wenn die Bäume ernsthaft von Schädlingen bedroht sind. So entstand im Nationalpark Bayerischer Wald ein einzigartiger ungestörter Lebensraum für Flora und Fauna. Hier leben heute wieder Luchse, Wildkatzen, Biber und Fischotter. Sogar Elche – von Tschechien kommend – durchstreifen hin und wieder die Waldeinsamkeit im Bayerischen Wald.
Derart unberührt geht es im Bayerischen Wald zu, dass 300 Kilometer gut markierter Wanderwege den Naturfrieden keineswegs stören. So haben Sie im Urlaub im Bayerischen Wald die Gelegenheit, faszinierende Hochmoore, idyllische Bergbäche und die stets wechselnde, märchenhafte Vegetation zu genießen. Wie die Almen im Allgäu liegen überraschend lichtdurchflutet die „Schachten“ im Bayerischen Wald. Die baumfreien Bergwiesen, früher Ruheplätze der Hirten, bieten oft sagenhafte Ausblicke auf die Umgebung.
Eine Kirche aus Schnee und ein Wald aus Glas: Erfindungsreicher Bayerischer Wald
Fernab der Zentren hat sich im „Bayerwald“ viel lokales Brauchtum herausgebildet und bis heute erhalten. So dunkel die Wälder, so kristallen- funkelnd sind die zarten Erzeugnisse der hiesigen Glasindustrie. Die ersten Glashütten nahmen im Bayerischen Wald Ihren Betrieb auf, lange bevor die Forstwirtschaft Einzug hielt. In vielen Glashütten können Sie Glasbläsern und –schleifern bei Ihrem faszinierenden Handwerk zuschauen. Ob in Bodenmais oder der stolzen Glasstadt Zwiesel: Auch die Jüngsten der Familie geraten in ehrfürchtiges Staunen, welch Wunder mit dem fragilen Stoff Glas möglich gemacht werden.
Rund um die Ruine Weißenstein im Bayerischen Wald können Sie auf Ihrer Kurzreise sogar einen Gläsernen Wald bestaunen. Mannshoch und durchsichtig stehen hier die Bäume. Sie befinden sich auf dem Pfahl, einem circa 750 Meter hohen Quarzfelsen und bestaunen zugleich die herrliche Felsenburg und die neuzeitliche einmalige Glaskunst.
In Mitterfirmiansreut im Urlaubsgebiet Bayerischer Wald gibt es seit 2011 sogar wieder eine Kirche ganz aus Schnee. Einhundert Jahre zuvor haben die Bewohner – mitten im heutigen Nationalpark Bayerischer Wald – ein Gotteshaus ganz aus Schnee gebaut, um zu protestieren. Damals fanden sie sich eingeschneit vor, fernab begehbarer Pfade. Heute ist die sensationelle Stille und Abgeschiedenheit der Region ein touristischer Trumpf!
