Das Vogtland: Vom Adel geprägt, durch europäischen Geist veredelt
Das Vogtland erstreckt sich über die Grenzgebiete von Bayern, Thüringen und Sachsen und reicht bis nach Westtschechien. Der gemeinsame Name verdankt sich der gemeinsamen Vergangenheit als Region, die ab dem 12. Jahrhundert von sogenannten Vögten verwaltet wurde: friedlichen Feudalherren, die im partnerschaftlichen Bündnis auftraten.
Diese harmonische Historie hat für eine nachhaltige Zusammengehörigkeit unter den Bewohnern im Vogtland gesorgt: Mundart, Sitten und Gebräuche sind bis heute von einer verbindenden Eigenart geprägt, auch wenn der Gang der Geschichte das Vogtland über Jahrzehnte durch zwei mächtige Grenzverläufe zerteilt hat.
Vom Verschwinden des „Eisernen Vorhangs“ profitierte das Vogtland wie kaum eine andere Urlaubsregion in Deutschland. Als Teil der „Euregio Egrensis“ genießt das Vogtland heute die Vorteile der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Tschechien in den Bereichen Infrastruktur und Tourismusförderung.
Abwechslungsreiche Idylle vulkanischer Prägung
Das Vogtland gilt noch als Geheimtipp für einen Kurzurlaub in Deutschland. Wer die Region einmal besucht, kommt aber schnell ins Schwärmen: Ausgesprochen idyllisch präsentiert sich die sanfte, grüne Hügellandschaft, die im Süden und Südosten in die Höhenlagen eines Mittelgebirges übergeht. Dieser Teil des sächsischen Vogtlandes zählt bereits zum Westerzgebirge, die naturräumliche Gebirgseinheit setzt sich nach Osten hin bis zur Sächsischen Schweiz fort.
Das Vogtland gilt als vulkanisch aktivste Region Mitteleuropas, das pulsierende Erdinnere sorgt heute noch für ungefährliche Mikro-Erdbeben. Vor allem hat die tektonische Besonderheit die Region mit heilsamen Quellen beschenkt. Bei einer Kurzreise ins Vogtland können Sie in gleich zwei Sächsischen Staatsbädern, in Bad Brambach und in Bad Elster, flanieren, genießen und gesunden. Bad Brambach verfügt nicht nur über einen wunderschönen historischen Kurpark, sondern auch über die stärkste Radonquelle weltweit.
Im nahen Elstergebirge mit seinem milden Reizklima lässt es sich herrlich wandern. Gemeinsam mit den gut erreichbaren nostalgisch-schönen Orten Marienbad, Franzensbad und Karlsbad auf tschechischer Seite bilden die Kurbäder im Vogtland das sächsisch-böhmische Bäderfünfeck.
Handwerkskunst im Vogtland: von meisterhaft musikalisch bis filigran geklöppelt
Seit 350 Jahren werden im Musikwinkel im Vogtland sämtliche Orchesterinstrumente hergestellt. Rund um die Musikstädte Klingenthal und Marktneukirchen dreht sich bis heute alles um wohltuende Klänge. Bestaunen sie die hohe Kunst des Instrumentenbaus in den Besucherwerkstätten und genießen Sie eine der vielen Musikdarbietungen in altehrwürdigen Bürgerhäusern. Klingenthal im Vogtland ist zudem ein zauberhafter Wintersportort.
Die nahegelegene Kammloipe gilt als eine der schönsten Langlaufstrecken in ganz Deutschland. Der Waldreichtum im Naturpark Erzgebirge/Vogtland und die bestens ausgebauten Wanderwege wie der Vogtland-Panorama-Weg bieten auch im Sommer ausgiebige Möglichkeiten zum aktiven Urlaub in Deutschland.
Die Vogtland-Metropole Plauen steht ganz im Zeichen der verführerischen Spitze. Auch hier wartet das Vogtland mit Superlativen ganz eigener Art auf: Im einzigen Spitzenmuseum Deutschlands können Sie die größte Spitzendecke der Welt bestaunen. Die Plauener Schaustickerei macht Sie mit der fingerfertigen Klöppelkunst bekannt.
Plauen und Umgebung: Vogtland in Reinkultur
Nicht nur die Plauener Spitze ist sehenswert: Der historische Kern von Plauen rund um den Altmarkt lädt zu behaglichen Stunden im Vogtland ein. Enge, traumverlorene Gässchen und liebevoll restaurierte Patrizierhäuser verwöhnen das Auge bei einem behaglichen Stadtbummel. Fürs leibliche Wohl ist in Plauen ebenfalls bestens gesorgt. Besonders urig: Ein Besuch im „Matsch“, der ältesten Gastwirtschaft Plauens; bereits seit 1503 wird hier gespeist und gezecht.
In Plauens Umgebung können Sie die Geheimnisse der Vogtländischen Schweiz erforschen. Das faszinierende Gebiet ist kleiner und unbekannter als die Sächsische Schweiz, bietet aber mit der rätselhaften prähistorischen Festungsanlage auf dem Eisenberg einen echten Anziehungspunkt.
